Dachziegel

 

Giswiler-Ziegel nach über 230 Jahren wieder gefunden.

 

Der Lokalhistoriker Josef Schäli überlieferte die interessante Geschichte über die Herstellung von Dachziegeln in Giswil. Im lehmigen Turinerried zwischen der alten Drogerie und der Telefonzentrale wird gegenwärtig (2020) eine Tiefengarage ausgehoben. Die Ziegelei von „Galser Glois“ Niklaus Berchtold stand ungefähr im Bereich der heutigen Telefonzentrale. Beim Aushub wurden auch alte Biberschwanz-Ziegel von dieser Ziegelei an den Tag befördert.

 

Einige Fundstücke die über 230 Jahre im Lehmboden ruhten:

 

 

Niklaus Berchtold - Der letzte Ziegler von Giswil

 

 

Wenn man vom Bahnhof Giswil gegen Rudenz geht, so sieht man ob der Maschinenfabrik gegen die Aa eine schöne neue Scheune. Gerade da war ehedem die Ziegelhütte mit den vielen Hütten und Baracken ringsum von Niklaus Berchtold, genannt der Glasergleis[1]. Er war der letzte Zieglermeister. Ich weiss noch ganz gut, als selbe noch in vollem Betriebe war und habe selbst noch Kalk und Ziegel dort geholt. Die Dachziegel waren zweifelhafter Güte, sie waren weisslich, und wenn der Frost kam, schieferten sie ab. Entweder war der Lehm schlecht oder zu wenig gebrannt vielleicht beides zusammen. Die Konkurrenz hielt diese Ziegelei nicht aus, und als die Brünigbahn 1887 eröffnet wurde, war's um dieses lokale Gewerbe geschehen. Ziegler Berchtold wurde dabei auch nicht reich. Er war Besitzer des schönen Heimwesens Talacheri, das im Erbgut seiner Frau war, des Feldglausen Seppeli. Als diese starb, war er mehr und mehr verlassen und vereinsamt. Er hinterliess zwei Söhne und eine Tochter. Der Gemeinde Giswil erwuchs mit dem Eingehen der Ziegelhütte ein grosser Nutzen. Die Ziegelhütte hatte nämlich Anspruch auf unentgeltliche Beholzung, was sehr bedeutend war und auch vielfach missbraucht wurde.

 



[1]  Niklaus Berchtold „Glasergleis“, Talacher geb. 30. Nov. 1827, gest. 8. Jan. 1894